Musikverein "Eintracht" Obergrombach e.V.

Winterkonzert mit drei Orchestern

Posaunenregister beim Winterkonzert Bruchsal - Obergrombach (kek). Auch bei der Programmgestaltung zum Winterkonzert 2011 des Musikvereins Obergrombach ist Dirigent Philipp Zink seiner Marschrichtung „symphonische Blasmusik” treu geblieben.

Die Schülerkapelle des MVO eröffnete mit dem Stück „Arabesque” das Konzert. Wie die verschlungenen Ornamente in der islamischen Kunst versuchten die Instrumente, ihren Ton-Weg zu finden. Die Hymne „Siyahamba” stammt aus Südafrika und wird im Original auf „Zulu” gesungen.

Das Jugendorchester der „Eintracht” setzte mit „Flight of Eagles” das Programm fort. Herzstück des Auftritts der Jugend war jedoch „The Sword in the Stone”, das die Geschichte des mythischen Königs Artus erzählt. Im ersten Teil interpretierten die Instrumente die Bemühungen von Artus, das Schwert Excalibur aus dem Stein zu ziehen; im zweiten Abschnitt wird nach dem Krönungsbankett gefeiert und getanzt.

Mit der „Celebration Fanfare” des Schweizer Komponisten Franco Cesarini leitete die aktive Kapelle des MVO zum Hauptteil des Konzerts über. Aus der Feder des gleichen Komponisten stammt auch der weitere Vortrag „Renaissance Suite”; in dem viersätzigen Arrangement verwendete Cesarini vier Tänze unbekannter Herkunft aus der gesamten Epoche der Renaissance von 1500 bis 1600. Widergegeben von den Klangfarben eines modernen Blasorchesters faszinierten die Stückteile durch ihre musikalischen Formen.

„Kraftwerk” von Jacob de Haan erzählt musikalisch anspruchsvoll die Geschichte der bayerischen Stadt Grafenrheinfeld im 20. Jahrhundert: zerstört im Bombenhagel des Krieges - widerspiegelt durch ein kriegerisches Thema, das sich mehr und mehr zuspitzt - bis hin zu Trauer, Schmerz, Leid und Verzweiflung. Dann die Wende: Wiederaufbau, Glaube an die Zukunft einer friedvollen Stadt - die allerdings von den Kühltürmen eines Kern-Kraftwerks überragt wird.

In „Urban Scenes” wird in fünf Teilen der Tagesablauf einer großen Stadt- wie etwa New York - rekonstruiert. Von der Skyline im Sonnenaufgang über das geschäftige Treiben und die abendliche „Rush Hour” bis hin zum Sonnenuntergang. Robinson Crusoe ist nicht nur die Titelfigur eines der ersten Romane der Literaturgeschichte; Bert Appermont verarbeitete das Thema auch zu einer Komposition in vier Teilen: „Der Seefahrer”, „Das Schiffswrack”, „Die Insel” und „Die Kannibalen”. Von der See in die Berge führt die „Alpina Saga” von Thomas Doss. Hier wurde mit ungeraden Taktarten und vielen Taktwechseln auf die Beschwerlichkeit einer Bergbesteigung aufmerksam gemacht. Am Ende aber steht ein kurzes Innehalten, ein Moment der Ruhe beim Erreichen des Gipfelkreuzes.

In der Fantasie „Christmas Day” verarbeitete Gustav Holst vier alte englische Weihnachtslieder.

Abschließend intonierten die drei Kapellen gemeinsam Weihnachtslieder.

In der Pause zeichnete der 1. MVO-Vorsitzende Heinz Lauber das Verwaltungsmitglied Werner Butterer mit der „Goldenen Vereinehrennadel” aus. Werner Butterer hat mehrfach als aktiver Musiker, als Verwaltungsmitglied und Kassenwart den Verein nach Kräften unterstützt.

In einem abschließenden Resümee zeigte sich Dirigent Philipp Zink sehr zufrieden mit dem Konzertverlauf - was sich auch in den Beifallskundgebungen in der gut besetzten Sporthalle reflektierte - und hob besonders die musikalischen Fortschritte der Schüler und der Jugend hervor.