Musikverein "Eintracht" Obergrombach e.V.

Italienreise des Blasorchesters vom 29.05.-05.06.2009

Bruchsal – Obergrombach (mr). Von Müdigkeit war nichts mehr zu spüren, als sich unsere rund 50 Reiseteilnehmer am letzten Maiwochenende nachts um 3.30 Uhr beim Musikerheim versammelten, um die lang ersehnte Reise nach Italien zu starten. Eifrig wurde in Rekordzeit der Bus beladen, alle Koffer, Instrumente und Gastgeschenke verstaut, so dass es wenige Minuten darauf auch schon losgehen konnte. Über Basel, Gotthard, Chiasso, Mailand, Rimini und Ancona erreichten wir dann nach ca. 15-stündiger Fahrt unser Ziel, nämlich Fabriano in der Nähe von Ancona. Dort freuten wir uns auf ein Wiedersehen mit unseren Italienischen Freunden des „Corpo Bandistico città di Fabriano“, mit denen wir ihr 180-jähriges Vereinsjubiläum feiern wollten.

Castelluccio In Fabriano nahmen wir zunächst erst ein nahe gelegenes „Ostello“ in Beschlag, das uns in den nächsten Tagen beherbergen sollte. Anschließend war ein reichhaltiges Abendessen bei den jeweiligen Gastfamilien angesagt. Schon am nächsten Morgen stand bei herrlichem Wetter ein Ausflug zur 1540 m über dem Meeresspiegel gelegenen Hochebene von Castelluccio di Norcia im Apennin-Gebirge, dem Nationalpark der Sibillinischen Berge, auf dem Programm. Dort erreichen die umliegenden Berge des Apennin eine Höhe von nahezu 2500 m. Nach dem Besuch des malerischen Dörfchens ging es weiter zur Gebirgshütte „Forca de Presta“, wo wir zum Mittagessen mit typischen Spezialitäten der Gebirgsregion verwöhnt wurden. Den Nachmittag nutzten wir zum Ausruhen bei strahlendem Sonnenschein oder genossen die gute Stimmung in der Gebirgshütte. Einige Musiker ließen es sich nicht nehmen, dem Wirt mit ein paar musikalischen Darbietungen für das üppige Mahl zu danken.

Der nächste Tag überraschte uns dann mit strömenden Regen, dem wir auch mit einer intensiven Probe in unserem Ostello nicht vertreiben konnten. So musste die geplante Marschmusik durch die Straßen Fabrianos und das anschließende Musikantentreffen im Park leider abgesagt werden. Wir flüchteten vor dem Regen an den einzigen mehr oder weniger trockenen Platz der Region: Die Tropfsteinhöhle von Frassassi. Dort erfuhren wir nicht nur den Unterschied zwischen Stalaktiten und Stalagmiten, sondern ließen uns auch durch die gigantische Größe dieser Tropfsteinhöhle, in der sogar der Kölner Dom samt Turm darin Platz finden würde, begeistern.

Auch am nächsten Tag regnete es in Strömen, was uns die Stadtbesichtigung des mittelalterlichen Städtchens Urbino sichtlich erschwerte. Doch wir ließen uns die gute Laune nicht vermiesen und besichtigen kurzerhand die verlockenden Cafés Urbinos und genossen die italienische Kaffeekultur. Beim anschließenden Kameradschaftsabend mit den italienischen Freunden war das schlechte Wetter ohnehin gleich wieder vergessen und es wurde bis spät in die Nacht hinein gegrillt, gegessen und gefeiert. Am nächsten Morgen stand das traditionelle deutsch-italienischen Fußballspiel auf dem Programm, bei dem wir trotz intensiven Einsatzes unseren italienischen Freunden ganz knapp mit 5:4 nach Elfmeterschießen unterlagen. Natürlich durfte auch die Musik nicht zu kurz kommen und so gaben wir abends zusammen mit dem „Corpo Bandistico città di Fabriano“ ein feierliches Konzert im Papiermuseum und begeisterten unser Publikum unter der Leitung von Philipp Zink mit einem abwechslungsreichen Programm. Leider waren die Tage in Fabriano wie im Flug vergangen, so dass es am frühen Mittwochmorgen auch schon an der Zeit war, sich zu verabschieden. Allerdings war noch ein zweitägiger Aufenthalt in Rom geplant, der mit einer mit Spannung erwartete Audienz beim Papst auf dem Petersplatz beginnen sollte. Dort waren für Obergrombacher Musiker auch prompt die besten Plätze reserviert.

Castelluccio Während der Papst vor dem Petersdom alle angereisten Christen in ihrer Landessprache begrüßte und seine segensreichen Wünsche aussprach, durften alle musikalischen Kapellen - so auch unser Blasorchester - einen Auszug aus ihrem Repertoire zum besten geben. Welche Überraschung für die Obergrombacher Musiker, als beim Marsch „Hoch Badnerland“ nicht nur plötzlich mehrere begeisterte badische Pilger mit einstimmten, sondern auch der Papst applaudierte!

Nach diesem überwältigenden und unvergesslichen Erlebnis nutzten wir den Rest des Tages für eine ausgiebige Besichtigung des Petersdoms und der näheren Umgebung, während am nächsten Tag für alle Interessierten eine ausführliche Stadtführung auf dem Programm stand. Nach einem letzten ausgiebigen Abendessen und einer erholsamen Übernachtung in der ewigen Stadt erreichte der Obergrombacher Bus schließlich am späten Abend des darauf folgenden Tages wieder heimatliche Gefilde. Aber nicht nur die italienische Landschaft und Sehenswürdigkeiten beeindruckten die Reiseteilnehmer, auch die Herzlichkeit und großzügige Gastfreundschaft, die die Italiener uns Gästen entgegenbrachten, machten den Aufenthalt in Fabriano für alle Obergrombacher zu einem unvergesslichen Erlebnis. Viele von uns wären gerne noch etwas länger geblieben, doch ein Wiedersehen mit unseren italienischen Freunden in Obergrombach lässt hoffentlich nicht lange auf sich warten…