Obergrombach auf musikalischem Europatrip

Blasmusiker spielten durch spanische Tänze über Liverpools Beat bis Starlight Express

Bruchsal – Obergrombach (neck). Eine musikalische Reise durch Europa unternahm der Musikverein am Sonntag beim Frühjahrskonzert in der Turnhalle. Nachdem das Blasorchester das Publikum mit dem Präludium aus "Te Deum" von Marc Antoine Carpentier, besser bekannt als die "Eurovisionsmelodie" zur Reise eingeladen hatte, eröffnete es mit der Ouvertüre aus Georg Friedrich Händels "Feuerwerksmusik" unter der Leitung von Lars Kaminski das Programm. Diese Ouvertüre stellte auch gleich die erste Reisestation dar, da Händel die Feuerwerksmusik 1749 anläßlich Feier des Friedens von Aachen im Green Park in London komponiert hatte. Von England ging die Reise dann weiter nach Ungarn: Mit Johannes Brahms Ungarischen Tanz Nr. 5 brachten die Musiker das typische ungarische Flair nach Obergrombach. Den nächsten Zwischenstop machten die Musiker in Irland und wendeten sich mit "Two Irish Songs" der irischen Musik zu. Zu diesem zweiteiligen Werk lagen dem Komponisten Clare Grundman zwei traditionelle irische Volkslieder zu Grunde.

"Bohemia Polka" war der Titel des nächsten Stückes, eine typisch böhmische Polka des tschechischen Komponisten Evzen Zamecnik. Mit dem ersten und vierten Satz aus "Quatro bosquejos espagnoles", einer vierteiligen Suite im spanischen Stil, bei der jeder Satz den Charakter eines Tanzes hat, entführten die Musiker ihre Zuhörer anschließend ins sonnige Spanien. Komponiert hat diese Suite der holländische Komponist Rob Goorhuis. Während der erste Satz einen Tanz vom Fallen und Aufstehen, inspiriert durch einen Sturz auf der Tanzfläche, darstellte, ähnelte der vierte Satz einem Bolero, wobei der Bassrhythmus auf der Kastagnette, einem spanischen Schlaginstrument gespielt wurde. Auch das darauffolgende Stück spielte unter der strahlenden Sonne Spaniens und erzählte unter dem Titel "Fantasie aus der Oper Carmen" die Geschichte der gleichnamigen Zigeunerin aus der Tabakfabrik und dem Torero. Karl Pfortner hatte in diesem Stück die schönsten Melodien der bekannten Oper von Georges Bizet verarbeitet.

Zu Beginn des zweiten Konzertteils waren die Musiker bereits in Italien angelangt und beschrieben mit "Bella Italia" die Schönheit des Landes. Michael Morlock beeindruckte zu Beginn des Stückes mit einem gefühlvollem Trompetensolo die Zuhörer.

Von der Hitze Italiens ging es dann weiter nach Stockholm, wo die Musiker mit ihren Gästen die berühmten Wasserfestspiele besuchten. Luigi di Ghisallo beschrieb in seinem Stück "Stockholm Waterfestival" die berühmte Altstadt von Schwedens Hauptstadt, einen Gospelchor auf dem Schloß und den Vergnügungspark Gröna Lunds Tivoli. Von Stockholm reisten die Musiker mit ihren Gästen dann auf nach Liverpool. In dem Medley "Liverpool Sound Collection" hat Toshihiko Sahashi die Titel "The house of rising sun", "World without love" und "Don’t let me be misunderstood" verarbeitet.

Auf dem Heimweg erinnerte das Blasorchester an den bekannten deutschen Komponisten Bert Kämpfert, der mit Hits wie "Swingin‘ Safari", "Danke schön" oder Afrikaan Beat" in der ganzen Welt Erfolge verbuchte. In dem Potpourri "Dankeschön, Bert Kämpfert" hat Hans Kolditz diese Hits speziell für Blasorchester arrangiert.

Das letzte Stück des Programmes "Selections from Starlight Express" enthielt die schönsten Melodien aus Andrew Lloydd Webbers Musical, für dessen deutsche Aufführung in Bochum eine eigene Halle erbaut wurde. Mit diesem Medley wollte sich das Blasorchester von seinem Publikum verabschieden, doch die rund 60 Musiker kamen nicht umhin, ihrem begeisterten Publikum eine Zugabe zu spielen. So dankten sie ihren Zuhörern mit dem Stück "Marschkonfetti" für ihren Applaus. Wie der Name schon erahnen läßt, war das Stück aus Ausschnitten aus diversen Märschen bunt zusammengestückelt und bot den Publikum einige Überraschungen, die die Musiker durch optische Eindrücke wie entsprechende Kostümierung, Konfetti, Pistolenschüsse und nicht zuletzt einen Schuhplattler verstärkten.

Bild vom Konzert